Marcus Wiebusch – mitreißender Tourauftakt im Ampere München

Markus Wiebusch, Frontmann der Indie-Rockband Kettcar und Mitbegründer des Labels Grand Hotel Fest van Cleef, ist nun solo unterwegs. Nicht, dass das bedeutet, dass es Kettcar nicht mehr gibt. Was für die einen eine kreative Pause ist, bedeutet für die anderen neue Wege zu beschreiten. Marcus Wiebusch überzeugte mit seinem Tourauftakt am 01.05.14 und seinem Album „Konfetti“ im sehr gut besuchten Ampere in München.

Was ist es eigentlich, das Musik so bezaubernd macht? Ist es eine jahrelange Karriere oder liegt es an einer besonderen Stimme? Oder einfach nur, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein? Das alles trifft schon irgendwie auf den Sänger zu, doch da ist noch viel, viel mehr. Mit „Konfetti“, welches auch durch ein immenses und beeindruckendes Staraufgebot beeindruckt, welches Wiebusch auf der Platte unterstützt, wurde bewiesen, dass deutscher Indie-Rock zwar keinen zweiten Frühling erlebt, aber Veränderung und dass er mehr und mehr durch Texte geprägt ist, die etwas ausssagen.

Mit „Das Böse besiegen“ startet Wiebusch sein Konzert und zurecht ist man gespannt, ist es dessen Tourauftakt und natürlich ist man gespannt, wie er nun ohne Kettcar klingen mag.

Nach einigen Takten findet man sich in der Musik wieder, muss hinhören, kann sich den Texten, die so viel Wahrheit beinhalten, nicht entziehen.

Wie viel Rap verträgt Indie-Rock?

Was an Rap-Passagen auf dem Album noch etwas zäh klang, macht sich live definitiv gut und findet zwischen den rockigeren und von Kettcar bekannten Klängen einen Platz. Und dennoch ist es ein eigenartiges Bild, das sich bietet, das Bild wackelt, bekommt leichte Risse und man kommt nicht umhin sich zu fragen, was momentan eigentlich los ist, dass plötzlich jeder Künstler seinem Genre fremdgehen muss. Ein Versuch, anders zu sein? Oder ein Ausbruch aus dem schnöde gewordenen Alltag? Live nicht ganz so enttäuschend wie auf dem Album, doch ist man froh, dass sich Wiebusch auf seine Wurzeln besinnt und textlich und musikalisch mit seinen neuen Songs Größe beweist. Es wird mitgesungen, mitgetanzt. Die Fans sind froh, „ihren“ Marcus Wiebusch in den Liedern zu erkennen, nehmen aber auch Songs wie „Haters Gonna Hate“ positiv auf.

Welche musikalische Reise er damit angetreten ist, mag noch schwierig zu erkennen sein, doch er scheint zu wissen, wo er hin will. Ein roter Faden zieht sich durch das Konzert, begeistert und setzt neue Maßstäbe. Mit „Der Tag wird kommen“ findet ein letzter Song seinen Platz und einen runden Ausklang für diesen Abend. (A.E.)

Fotos Marcus Wiebusch

 

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