METRONOMY – Für Immer

MetronomyHätte es Mastermind Joseph Mount als damals 16jähriger Hipster aus dem Südwesten Großbritanniens im Jahr 1999 geahnt, dass sein Electronic-Projekt namens Metronomy zum Zeitpunkt seiner Gründung, bereits um knapp 15 Jahre der Zeit voraus war, er hätte möglicher Weise die Musikerkarriere an den Nagel gehängt und sich der Leidenschaft der Sportwetten gewidmet.

Absehbar war es aber natürlich nicht, dass Metronomy – mittlerweile zu einer ausgewachsenen Band angeschwollen – anno 2019 als der heiße Scheiß gelten würden. Und so war die Tonhalle gut bis sehr gut mit Menschen im oberen Bereich ihrer Zwanziger gefüllt. Diese fingen auch so ziemlich ausnahmslos an, mit den Köpfen zu wippen und die Beine nach links und rechts zu schleudern, als zwar die Musik noch nicht einmal begonnen hatte, aber die – heute in weiße und hellblaue Trainingsanzüge gehüllten – Akteure die Bühne betraten. Sofort schlugen die tanzbaren 80er und 90er Synths ein wie eine Bombe, dazu ein kongeniales Bassspiel und androgyne Bewegungen der Musiker. Die Performance besaß schon hohe Ansteckungsgefahr.

Da störte es auch keineswegs, dass die Setlist aus einer Vielzahl brandneuer Tracks vom derzeit gültigen Output “Metronomy Forever” zusammengeschustert worden war. Das Publikum schien ohnehin mit jedem Stück verbunden zu sein. Natürlich wurde auch an älteren Hits wie “The Bay” nicht gespart. Eine Werkschau über alle acht Studioalben wurde einem allerdings zugunsten der PR leider vorenthalten.

Mount merkte spitzbübisch an: “It feels like a Friday night”. Und so war es auch. Für einen Montagabend konnte sich keine der betroffenen Parteien beschweren. Tickets wurden in der Mehrzahl verkauft, die Stimmung war klasse und die Band einfach gut drauf, wenn auch fast ein wenig zu routiniert. Für die großen Rockposen ist diese Art von Musik andererseits auch nicht ausgelegt.

Man sieht sich dann während der kommenden Festival-Saison sicherlich noch öfter… (ODI)

Fotos Metronomy