MIGHTY OAKS – Zwischen Hochgefühl und Enttäuschung

Mighty Oaks live in der Muffathalle München

Die Mighty Oaks könnte man als die deutschen Mumford & Sons bezeichnen: Eingängiger, guter Folk, der mitreißend ist und zu jeder Stimmung den passenden Soundtrack liefert. Auch live waren sie in den vergangenen Jahren immer wieder gern gesehene Gäste bei den Festivals, die unsere Sommer versüßen.

An diesem Montagabend spielten sie in der Muffathalle vor ausverkauftem Haus und die Erwartungen waren hoch. Mit Jackson Dyer startete der Abend musikalisch spannend und abwechslungreich und die Vorfreude auf die Songs, von denen einige zu wahrlichen Ohrwürmern avancierten, hätte nicht größer sein können.

Die Mighty Oaks begannen ihr Konzert mit “Driftwood Seat”, einem ihrer neueren Songs und Titel ihrer 2019 erschienenen EP. So spielten sie sich durch die eigene Diskografie, “Just One Day”, “You Saved My Soul” und auch “Tell Me What You’re Thinking” rangieren ganz weit oben in der Liste der Songs, die live wahnsinnig gut ankommen.

Leider verloren sie in der Mitte und Ende ihres Gigs immens an Drive, “The Great Unknown” war fast schon ein wenig zum Fremdschämen: Intonatorisch wanderte gefährlich nah am Unaushaltbaren, die Stimmung kippte ein wenig und das Publikum, welches zu 80% aus glücklich schunkelnden Pärchen bestand, vermochten sie nicht wirklich wieder einzufangen. So war es auch nicht weiter verwunderlich, als sich bereits vor den Zugaben die Fans an der Garderobe anstellten, um ihre Jacken abzuholen.

Es ist ein bisschen so, wie wenn man einen alten Freund wiedersieht: Man hat sich lange nicht gesehen, weiß in etwa, was im Leben des jeweils Anderen passiert ist, aber man hat sich einfach nicht mehr so viel zu sagen. Klingt anfangs noch die Euphorie des Wiedersehens und der letzten Begegnung nach, so geht man am Ende auseinander mit “Lass uns das auf jeden Fall wiederholen”. Insgeheim weiß man allerdings, dass sehr viel Zeit vergehen wird, bis man sich wieder gemeldet haben wird.

So auch an diesem Abend: Etwas ernüchtert verließ man die Muffathalle, hatte man sich doch auf ein großes Konzert gefreut, das leider einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt.
Nichtsdestotrotz wird das neue Album “All Things Go” (ein bisschen ironisch, nicht wahr?) noch für einige Zeit auf Wiedervorlage bleiben. (A.E.)

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