Nicht von dieser Welt – Kovacs am Sonntag in der Muffathalle München

Auch, wenn es Vergnügen ist, so überschatten die Geschehnisse in Paris auch Veranstaltungen wie Konzerte.

Mit einer von Dietmar Lupfer ausgerufenen Schweigeminute beginnt am Sonntagabend das Konzert der niederländischen Sängerin Kovacs das Konzert in der Muffathalle – kurz wird innegehalten, kurz besinnen wir uns alle darauf, dass die Welt zu einem verdrehten Ort geworden ist, welchen Künstler wie Kovacs mit ihrer Musik dennoch zu einem besseren machen können. Es wird nicht nur der Opfer der unfassbaren Attentate in Paris gedacht, sondern allen, die im Wahnsinn dieser Tage unschuldige, unnötige Tode gestorben sind.

Eine weiße Leinwand auf der Bühne, einer Geigenspielerin und Schattenspielen beginnt das Konzert. Pathetisch, düster und noch undurchsichtig das Intro, bis die Sängerin unter Applaus die Bühne betritt und anfängt, ihre Fans zu verzaubern.

Mit einer Stimme, welche intensiv, soulig, authentisch und lasziv ist, nimmt Kovacs ihre Fans mit auf eine musikalisch abwechslungsreiche und bezaubernde Reise. Reminiszenzen zu Amy Winehouse oder auch Nina Simone sind unverkennbar, aber nicht gewollt oder erzwungen. Kovacs schafft es, ihren Songs die ihr eigene Note zu geben – ihre Stimme in den Ohren wie Samt, brilliert sie in tiefen Lagen mit atemberaubenden, gänsehauterregenden Momenten.

Das Publikum ist sichtlich begeistert und auch Kovacs auf der Bühne liefert eine gute Show. Man merkt, dass sie Vollblutmusikerin ist, ab und zu ein wenig exzentrisch und in ihre Musik vertieft, doch offen und publikumsnah in anderen Momenten.

Fifty Shades of Black, so der Name ihres aktuellen Albums, passt perfekt zu diesem Herbst, der sich noch nicht zwischen Sommer und Winter entscheiden kann.

So geht ein schöner, ästhetischer Abend zu Ende und man geht mit dem wohligen Gefühl nach Hause, den Abend mit einem schönen Abschluss gekrönt zu haben.(A.E.)

Fotos Kovacs

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