Ohne Allüren – PRINZ PI am Freitag in der Muffathalle München

München, 06.10.13.  Zwei ausverkaufte Konzerte in der gleichen Location und das an zwei aufeinander folgenden Tagen. Das ist schon etwas, worauf man sich etwas einbilden könnte. Könnte. Macht Friedrich Kautz alias Prinz Pi aber nicht. Sondern zieht sein Programm durch.

Als Warmup sorgten die Supportbands eRRdeKa und Olson für Stimmung in der gefüllten Halle.

Als Prinz Pi, ganz der Berliner, auf die Bühne kam, jubelte die Menge. Ja, es ist sein eigenes Publikum. Das, welches er sich über die Jahre hinweg aufgebaut hat. Sicherlich, er hat auch viele neue Fans bekommen, doch kannten die Besucher beinahe jeden Text auswendig und feierten besonders die früheren Alben wie „Donnerwetter“.

Die Texte von Prinz Pi haben ihren Witz und auch ihren Tiefgang, womit eine verdiente Anerkennung und Würdigung einhergehen. Es sind keine dummen, dreisten oder beleidigenden Aggro-Berlin-Floskeln, welcher man irgendwann müde und verdrießlich wird, sondern sagen etwas aus. Sie sprechen von dem Leben, Erfahrungen, von Enttäuschungen und davon, wieder aufzustehen, wenn man mal am Boden war.

dsc_3234Dass er sich sowohl in seinen Texten als auch von seinem Publikum gehörig feiern lässt, ist klar, das gehört zum Hip Hop wie das Amen in die Kirche. Doch finden sich bei Friedrich Kautz keinerlei Allüren, nichts, das daran erinnert, dass man sich auf einem Hip Hop-Konzert befindet – abgesehen vom Rap und den basslastigen Beats.

Ungewöhnlich an diesem Abend war allerdings, dass sich das sonst so prüde Publikum tatsächlich dazu überreden ließ, mitzumachen und sich gemäß der Szene zu verhalten. Ein seltene Bild in der Münchenr Hip Hop-Landschaft. Umso schöner, dass es dann auch endlich ein Künstler geschafft hat, diese beinahe prüde und langweilige „Tradition“ zu durchbrechen.

Ohne viel „Yo, Bro“ und „Digga“ war dieses Konzert einmal wieder eine willkommene Abwechslung.(A.E.)

Fotos PRINZ PI 

 

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