RIVAL SONS – Ein Abend für die Ewigkeit

Rival Sons
Foto: Rick Horn

Neben Jeansklamotten und Obst-Elektronika, sind die Rival Sons derzeit der beste Exportschlager, den die USA derzeit zu bieten haben. So verwunderte es kaum, dass das Backstage Werk heute bis auf den letzten Quadratmillimeter gefüllt war.

Den Abend eröffnete die Kanadische Southern-Rock-Hoffnung „The Sheepdogs“. Vom Styling her, katapultierten die fünf Musiker das Publikum gut fünfzig Jahre in die Vergangenheit, als man noch Bands wie Crosby, Stills, Nash & Young oder The Allman Brothers in Wild-West-Fransenhemden und Schlaghosen auf der Bühne bewundern konnte. Auch musikalisch bot das Quintett einen wahren Leckerbissen für Country- und Americanaliebhaber. Die Band wird noch in diesem Jahr auf den alten Kontinent zurückkehren, was man sich rot im Kalender vermerken sollte.

Bevor die Rival Sons die Bühne betraten, war lautes Jaulen und Bellen zu hören, während hinter dem Schlagzeugpodest ein abstrakt inszenierter Wolfshund bedrohlich seinen Schatten warf. Netter Bühneneffekt und garantiert analog. Das Set begann mit „Back In The Woods“ und „Sugar On The Bone“, beide Stücke sind auf dem derzeit gültigen Album „Feral Roots“ zu finden. Ein Anfang der sich gewaschen hatte. Weiter ging es Schlag auf Schlag mit „Pressure And Time“, gefolgt vom ersten richtigen Klassiger „Electric Man“. Das Publikum frohlockte und huldigte Sänger Jay Buchanan ob seiner oft berückenden, nicht selten unbeholfen wirkenden Gestik. In jedem Fall versteckt sich hinter dem schüchternen Burschen einer der besten Sänger unserer Generation.

Scott Holiday, seines Zeichens schnauzbarttragender Sonnenbrillenfetischist und Pomaden-Abonnent, benötigte auch heute keinen allzu großen Bewegungsradius um trotzdem die coolste Sau überhaupt zu sein. Und auch hier gilt: ein überragender Gitarrist und Visionär wenn es um das Schrammeln unvergesslicher Riffs geht.

Auch der Rest der Band befindet sich natürlich auf einem luxuriösen Skill-Level und so wurde das Konzert mit vielen, vielen brandneuen Liedern und einigen alten Mitsinghymnen („Jordan“, „Open My Eyes“) eines jener Highlights, die man dem noch jungen Jahr 2019 schon jetzt zuschreiben muss. In Erinnerung wird das Finale mit „Shooting Stars“ und „Keep On Swinging“ bleiben, als Buchanan gar nicht mehr zurückrückhaltend ein Gesangs-Duell mit dem Publikum wie selbstverständlich für sich entscheiden konnte. Sensationell! (ODI)

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