Rockiges Statement gegen Nazis: Die Donots in der TonHalle München

donotsDie Donots sind bekannt dafür, mit ihrer politischen Meinung nicht hinter‘m Berg zu halten und traurigerweise ist das 2018 nötiger, als es sein dürfte.
Mit ihrem neuen Album „Lauter als Bomben“ sind sie zur Zeit auf Tour und spielen am Donnerstagabend gegen die rechte Welle Deutschlands an.

Schon an der Abendkasse wird um Spenden für „Kein Bock auf Nazis“ gebeten, womit sich auch der Veranstalter Südpolmusic klar positioniert.
Mit ZSK fängt der Abend an und es ist laut – so laut, dass einem die Ohren klingeln, aber die Fans feiern und singen laut mit.
Wer etwas Abstand braucht, kann sich beim PETA-Stand über Tierschutz informieren oder sich ein Bier holen und den großen Merch-Stand bestaunen.

 

 

Pünktlich um 21 Uhr beginnt die Show der Donots, bei der Sänger Ingo Knollmann sein In-Ear kaputt geht, was seiner Laune aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil – es geht umso fulminanter weiter.
Es dauert keine fünf Minuten und schon lässt er die Besucher „Nazis raus!“ skandieren: Ein klares Statement, das hier nicht bloß Floskel ist, wie er dann betont. Es sei wichtig, nicht nur virtuelle Lichterketten zu bilden, sondern rauszugehen und diese Worte auch zu leben. Verdienter Applaus und Zustimmung!

Zuweilen verschwimmen die Texte in ohrenbetäubenden Gitarrenriffs, treibenden Bässen und jeder Menge Lärm – die Fans feiern, trinken, hüpfen und tanzen. Es bleiben nur ein paar ganz, ganz wenige Zweifel, als der Sänger sagt, dass er möchte, dass sich die TonHalle an diesem Abend in ein „menschliches Ersatzteillager“ verwandeln soll. „Die Beine können wir da stapeln, die Köpfe… nehmt ihr unter den Arm.“
Gelächter, Jubelschreie und schon geht es weiter.

Teilweise fühlt es sich in der Tat so an, als würde die TonHalle jeden Moment den Geist aufgeben oder unter den Beats einfach zusammenbrechen.
Die Besucher feiern ein wahres Fest, bei dem jede Menge Bier fließt, aber die Message unmissverständlich klar wird: Die Donots können es auch nach über 20 Jahren noch und legen eine beachtliche Bühnenshow hin.

Und auch das Fazit des Abends ist: Es braucht mehr politische Statements von denen, die eine Stimme haben.(A.E.)

Fotos DONOTS