Stimmliche Extravaganz: Tom Grennan im Technikum München

Tom GrennanEr ist noch gar nicht so lange in der ersten Riege der Musiker unterwegs und hat sich schon eine eiserne Fangemeinde aufgebaut. Mit seiner EP „Something in the Water“ machte er 2016 auf sich aufmerksam, dieses Jahr folgte dann das Debütalbum „Lighting Matches“.

Im Technikum eröffnete an diesem Abend Sophie and the Giants, was nett war, aber nicht atemberaubend. Umso größer dann der Beifall, unter dem Tom Grennan die Bühne betrat. Mit einer beneidenswerten Stimme, ordentlich Drive und groß besetzter Band eröffnete der junge Brite seine Show.

Stimmlich überraschte der Singer-Songwriter mit einer viele Nuancen überspannenden Stimme: Mal samtig weich, dann wieder rau und rockig. Die zuweilen melancholischen und sehr Ambivalent ist „Lucky Ones“. Ein Song, der davon erzählt, wie glücklich wir alle sind, welch unbesorgtes Leben wir doch führen. Doch die Harmonien erzählen eine andere Geschichte. Ein bisschen schade, dass Grennan diesen Song so unbekümmert ankündigte – Glück liegt ja doch immer noch im Auge des Betrachters, doch 2018 wünscht man sich doch ein bisschen mehr Differenziertheit als lediglich „We are so lucky. We are lucky to be here.“

Die Stimmung im textsicheren Publikum hätte jedoch nicht besser sein können. Es wurde getanzt, gesungen, gefeiert. Mit sanften Gitarrenklängen hat er angefangen, doch beim Konzert regieren Bass, Upbeats, Synths und vor allem die Stimmgewalt Grennans. Etwas unnötig turnten allerdings die beiden Backgroundsängerinnen im hinteren Teil der Bühne herum, die sich in einer perfekten Synchronisation bewegten und die für das Gesamte nicht unbedingt nötig gewesen wären.

Die musikalische Reise führte von ruhigen Nummern über Popballaden zu Folksongs. Ein beachtlicher Künstler, von dem man sich sehr wünscht, dass er nicht verbrennen mag. An der Musikindustrie, die so manchen jungen musizierenden Landsmann Grennans zerstört hat.(A.E.)

Fotos Tom Grennan

Fotos Sophie and the Giants

Anzeige