Weiter geht der Festivalsommer in Freising: Das PLUS Festival 2014 mit viel Hip Hop

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen des Hip Hop, dem Gewitter wurde mit Regencapes und guter Laune getrotzt, Bier gab es zur Genüge, Lächeln auf fast allen Gesichtern. Ein schöner zweiter Tag, der noch besser besucht war als der Freitag.

Fatoni und sein DJ machten den Anfang und der Hip Hopper machte sich mit in die Menge geschmissenen Süßigkeiten Freunde. “Ist ja fast wie beim Karneval hier, nur mit besseren Raps.” Freude im Publikum, witzige Reime auf der Bühne. Fatoni machte Werbung für Edgar Wasser, der folgte und mit Humor dem Wetter trotzte.

Intelligente Texte, auf die er sich gerne auch mal selbst feiert: Edgar Wasser weiß, was er kann, oftmals aber mit einer Attitüde, die an leichte Arroganz und Überheblichkeit erinnert. Nichtsdestotrotz feiert ihn das PLUS-Publikum. Er hat den Swag, er hebt sich ab und rappt sich gekonnt durch seine Show, die einen vergessen lässt, dass sich der Himmel über Freising auftat.

Seit 2013 hoch im Kurs sind OK Kid und daran hat sich auch 2014 nichts geändert. Sie mixen Indie-Rock, Hip Hop und scheuen sich auch nicht vor Pop und bleiben somit musikalisch interessant. “Stadt ohne Meer” als Opener kommt hervorragend an, auch der Regen wurde weniger und das Lob der Band für das Publikum war groß.

Textlich nicht immer authentisch, wirkten viele Passagen gestellt und nicht von Herzen. Große Gefühle wurden da nicht transportiert, dafür wurde aber umso mehr Party gemacht.

Rainer von Vielen im Anschluss lieferte zunächst einen etwas fragwürdigen Auftritt. So hatte man das Gefühl, alles irgendwie schon einmal gehört zu haben. Eine fragwürdige Mischung aus Hip Hop und Volksmusik, textlich etwas lustlos und mehr den Klischees entsprechen wollend, als dass hier irgendeine Art von Ernsthaftigkeit zu finden sein soll.

FIVA (Nina Sonnenberg) weiß seit einigen Jahren, mit Texten um sich zu werfen, die es in sich haben. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, was aber nicht bedeutet, dass sie einfach bloß leere Worte aneinander reiht, sondern ihren Zeilen Tiefgründigkeit verleiht, die man so schnell nicht vergisst. Von ihren Fans gefeiert, macht sie enorme Stimmung und sorgt dafür, dass kein Bein ungeschwungen bleibt. Textsicheres Hip Hop-Publikum erweist ihr die Ehre und feiert die Rapperin, die nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Moderatorin und Autorin immer wieder überzeugt.

Lobende Worte für Bands und das Festival, natürlich gereimt und gerappt, von der Münchnerin, der man anmerkt, dass sie glücklich ist, in heimischen Gefilden aufzutreten. Vor allem bei „Die Stadt gehört wieder mir“ wird mitgesungen. Auf der Bühne eine fröhliche und lächelnde FIVA.

Left Boy, eigentlich Ferdinand Sarnitz, kommt aus Österreich, hat in New York gelebt und studiert und hat im Februar diesen Jahres sein Debütalbum “Permanent Midnight” veröffentlicht. Erfahrung hat er als Beatboxer und Produzent, ist aber niemals gelangweilt oder borniert. Im Gegenteil: Er liefert eine Show, die schlicht gefeiert wird und rappt sich durch seine Songs. Es „flowt“, die Stimmung könnte nicht großartiger sein. Dieses geschickte Mittelmaß an Hip Hop-Attitüden, Coolness und dem Sich-selbst-nicht-ernstnehmen ist bei ihm perfekt.

Einen würdigen Abschluss bieten Stereo Total. Routinierter als diese Band kann man wohl fas nicht sein und so beenden sie das Festival als krönender letzter Act. Das Publikum will nicht aufhören zu feiern, doch auch jeder schöne Tag muss einmal zu Ende gehen – so auch dieser.

An der Stelle sei allen Helfern gedankt, die dieses Festival jedes Jahr auf’s Neue zu einem besonderen machen. Auf noch viele weitere Jahre Prima Leben und Stereo.(A.K.)

Fotos vom zweiten Tag gibt es HIER
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