Wenn Musik fast zu emotional ist: Moses Pelham im Technikum München

mosespelhamEs ist beinahe etwas schade, dass es Konzerte gibt, bei denen das Publikum die Musik kaputt macht. Bei Moses Pelham war das Publikum so unsympathisch und unentspannt, dass es zuweilen das entspannte Lauschen der wahnsinnig emotionalen Klänge eingeschränkt hat.
Der Rapper ist im deutschen Hip Hop bereits seit vielen Jahren eine Größe und machte zuweilen Ausflüge als Jurymitglied der Castingshow „X-Faktor“.
Schade eigentlich, denkt man sich, kann der Mann doch wirklich etwas.
Mit seinen Texten weiß er sein Publikum zu berühren – beinahe kuschlig und etwas zuckrig wird es, es ist alles zu überladen, zu emotional, zu voll. Manche Songs brauchen es nicht und abgesehen davon: Die wirklich tiefen Texte, bei denen man zwei Mal nachdenken muss, bleiben Casper vorbehalten.

Es ist, als würde man sich in einem Paralleluniversum befinden: Die Menschen, die an diesem Abend den Texten von Moses Pelham lauschen, sind genau die, welche es vielleicht gar nicht verstehen, geschweige denn leben. Wenn darin die Rede davon ist, schwere Zeiten auch mal auszuhalten, bedeutet dies für viele, dass der nächste Urlaub nicht wie geplant stattfinden kann.

Mit gewaltiger Intensität werden einem die Texte entgegengeschmettert, doch was ankommt, ist ein Bruchteil dessen.
Vielleicht ist das auch nicht der richtige Ort, um derartige Emotionen zu platzieren. Ein nettes Konzert, das jedoch einen kleinen, faden Beigeschmack behält.(A.E.)

Fotos Moses Pelham