Balanceakt – „Aerial Perspective“ von Lilly Among Clouds

lillyamoungclouds_aerialperspective_coverWahre Musikkenner verfolgen die Dame mit dem himmlischen Namen schon lange, Puls schickt sie als Vertreterin zum New Music Award 2017. Seit dem 25. August präsentiert sich Lilly Among Clouds nun aus der Vogelperspektive. Mit „Aerial Perspective“ hat die Würzburgerin endlich ihr erstes Album auf den Markt gebracht. Wer noch nicht reingehört hat, sollte schleunigst zuschlagen, denn der Sound ist ebenso himmlisch wie der Name der Musikerin.

Mit „Everyone Else“ startet das Album mit einer enormen Portion Melancholie. Eine Note nach der anderen huscht andächtig über die Tastatur, bevor tiefe Streicher dem schweren Gefühl im Herzen erst eine Melodie und Lilly Among Clouds eine Stimme geben. Es ist eine Gradwanderung zwischen Verträumtheit und Kitsch, die den guten Pop auszeichnet. Ohne auch nur eine Sekunde zu weit abzudriften, besticht der Song mit dem geglückten Balanceakt und steht stellvertretend für den Sound von Lilly Among Clouds.

 

 

Das erste Highlight folgt mit „The Only One“. Mit einem Knall wandelt sich die verträumt melancholische Schüchternheit zum Star-Appeal. Diesen Song wird man so schnell nicht mehr los. Dann geht es schnell.

„Listen To Your Mama“ startet mit einem vielversprechenden Vocalpart, fällt dann allerdings zu einem etwas poppigen Partysound ab. Doch auch hier besticht Lilly Among Clouds mit ihrer glasklaren Stimmfarbe.

In einem echten Pop-Album darf eine Liebeserklärung natürlich nicht fehlen. All diejenigen, die jetzt gleich ablehnend den Kopf schütteln würden, sollten ihre Ohren besonders spitzen, denn „Your Hands Are Like Home“ kommt völlig ohne rote Rosen oder Diamantringe, beziehungsweise musikalisch gesprochen ohne flachen Komplimentschwall zur Softmelodie aus.

Mit „Aerial Perspective“ hat Lilly Among Clouds definitiv 12 neue Songs auf der Dream-Pop-Wolke platziert.(P.P.)