Die Mischung macht’s – der Sommernachtstraum 2013 im Olympiapark – und Stadion München

München, 31.07.13.   Als am Samstagnachmittag bei gefühlten 100 Grad über 76.000 Besucher in den Olympiapark strömten, wussten diese bereits, worauf sie sich einlassen würden. Ein schöner Nachmittag im Park, vielleicht auch im Stadion, in dem Scooter, Heino und Nena auftreten würden und dann am Ende natürlich das grandiose Feuerwerk, mit welchem sich die Stadt München Einiges hat kosten lassen.

Trash-Techno aus den 90ern 

Zunächst gab es ein DJ-Set vom Präsentator Gong 96.3, während noch einige Scooter-Fans versuchten, Plätze in den ersten Reihen zu bekommen. Frontmann HP Bexter wurde bereits sehnsüchtig erwartet und als Scooter dann auf die Bühne kamen, war die Freude unter den Besuchern groß.

Dass die Band seit 20 Jahren eigentlich nichts verändert hat, sah man den drei Ravern auf der Bühne an. Sexy Tänzerinnen räkelten sich zu den viel zu lauten Klängen, die irgendwie alle gleich klangen. Den Fans hat es gefallen, den „Oldschool-Ravern“ noch mehr. Man fragt sich, ob sie nicht langsam mal das Feld räumen sollten – denn braucht das Land solche abgehalfterten Techno-Macher überhaupt noch? Scheinbar ja, denn das Publikum fand es augenscheinlich grandios.

Scooter ließen sich gebührend feiern und machten die Bühne frei für Schlagersänger und Rocker Heino.

Unter Rockern duzt man sich 

Und Heino scheint nie müde zu werden, auf der Bühne zu stehen. Auch, wenn er sichtlich in die Jahre gekommen ist, ist er nie verlegen um einen Spruch und weiß, seinen Charme zu versprühen. Darüber, dass er seinen Auftritt ausgerechnet mit „Junge“ von den Ärzten begonnen hat, kann man diskutieren, doch auch hier bewies Heino bemerkenswertes Talent, dass es nicht zu kitschig klang.

„Ich singe diese Songs, um meinen jungen Kollegen zu zeigen, dass ich ihre Arbeit honoriere. Es ist eine Hommage an das, was sie geschaffen haben.“ Nach dem etwas niveaulosen Techno-Mix zuvor,  waren diese pathetischen Worte so etwas wie Balsam für die deutsche Musiklandschaft. Besonders pathetisch wurde es bei „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller.

Dass er gerne noch weitere zwei Stunden auf der Bühne gespielt hätte, nahm man ihm durchaus ab, doch auch der letzt Act, Nena, sollte die Bühne in Beschlag nehmen dürfen. Und das tat sie dann auch in voller Besetzung und beachtenswerter Band.

Nur ein bisschen älter geworden 

Dass sie ihren Zenit überschritten hat, ist sicherlich ein Gerücht, denn so, wie Nena auf der Bühne herumsprang, nicht wie eine Musikerin, welche bereits in den 80ern über die Bühnen fegte.

Auch sie wird irgendwie, irgendwo, irgendwann mal pausieren, doch im Moment ist daran noch nicht zu denken. Ihre aktuellen Hits begeisterten das Publikum, welches bei der Hitze brav ausgeharrt hatte und seine Nena feiern konnte.

Stimmlich noch wie früher zu ihren 99 Luftballons-Zeiten, rockte sie beim Sommernachtstraum die Bühne mit ihrer beachtlich großen Band.

Und so ging dieser Abend musikalisch fragwürdiger Mischungen zu Ende, damit sich die Besucher zum Feuerwerk „Full Emotions“ begeben konnten. Für das nächste Jahr wünschen wir uns ebenfalls solch grandioses Wetter und natürlich ein ebenso fantastisches Feuerwerk der Superlative. Über die Musik lässt sich noch verhandeln.(A.K.)

Fotos Sommernachtstraum 2013

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