Ein Abend, eine Bühne, vier junge Bands – Stagetime im Sunny Red am 08.02.2013

München, 11.02.13.   Diese jungen Bands in und um München herum gibt es ja nun mittlerweile wie Sand am Meer, manch einer mag sich vielleicht schon davon bedrängt oder schlicht gelangweilt fühlen. Bedrängt von dem immens vielfältigen Angebot und gelangweilt von den immer weiter aufstreben wollenden Bands.

Aber da lohnt sich doch ab und zu ein Blick hinter diese Kulisse der vielen Bands, die immer ausgefallener klingen wollen. Meistens aber doch noch mit „The“ am Anfang, um den Flair des Rock und der 60er Jahre zu wahren.

Dieser Abend im Sunny Red bei Stagetime, präsentiert von Flowerstreet Records, hat sich dennoch sehr gelohnt. Da machte nämlich zunächst recht schüchtern eine junge Lady namens Sophie den Anfang: Mit ihrer Gitarre stand sie auf der Bühne und man erwartete noch nicht viel. Doch kaum fing sie an zu singen, war die Welt ein kleines bisschen besser. Ihre Songs und Texte – eher melancholisch als fröhlich und ausgelassen – trug die Sängerin unaufgeregt, souverän und schön schlicht vor. Wenngleich ihre Songs vielleicht etwas zu trist wirkten, etwas zu schwer, zu melancholisch, war es deren Schlichtheit, die sie Besonderem machte.

Talking Pictures, die nächste Band, gefiel sich in der Rolle einer Adaption der britischen Band Hurts scheinbar recht gut, sowohl was Beats, Gesang, Harmonien und Outfit betraf. Nichtsdestotrotz blieben sie in ihrer Musik authentisch, auch wenn dann mal Ray Charles als musikalische Vorlage vom Band herhalten musste. Die Stimme von Sänger Daniel Werner erinnerte zuweilen an jemanden, der schon viel gesehen und viel erlebt hat. Passte zum Konzept „Garage Beat Rock“.

Nachdem sich das Publikum ein wenig verstreut hatte, durfte man auf The Jetlights gespannt sein. Schlagzeug, zwei Gitarren und Bass, ein Sänger und mit ordentlich Rock im Gepäck kamen die Jungs auf die Bühne.

Auch wenn es bei den Jetlights ordentlich was auf die Ohren gab, haben hier wohl auch die Texte eine immense (nicht immer ganz ernst gemeinte) Bedeutung. So macht sich die Band wohl kollektiv über „Indie-Kids“ lustig (gemeint sind die heutigen Hipster und die, die es raushängen lassen) und erzählt davon, wie der Moment ist, wenn man neben jemandem aufwacht. Stimmlich, musikalisch und textlich hatte diese Band Spannendes zu bieten.

Als letzter Act traten Reste von Gestern auf, die als einzige Band am Abend deutsche Texte mitbrachte. Songs wie „Ohne Dich“ wurden vom Publikum gefeiert.

Harte Rhythmen, die ein wenig an die Anfänge der Indie-Rock-Musik erinnerten, wurden mit aussagekräftigen Texten gemischt. Sie stellen Fragen an die Moral, die Gesellschaft und an die Alltag im Allgemeinen, sie singen nicht nur und reden, sondern sagen etwas mit ihren Texten aus. Sympathisch und ungefiltert, ohne dass es allzu übertrieben individuell gemeint sein will. Am 09.03. sind sie mit ihre Albumrelease „Kein Morgen mehr“ im Atomic Café zu sehen.

Ein gelungenes Event in einer Location, die klein, fein und immer wieder einen Besuch wert ist.(A.E.)

 

Fotos The Jetlights

Fotos Sophie

Fotos Reste von Gestern

Fotos Talking Pictures

 

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