In Meat We Trust – Liquid Meat debütieren mit Album

Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, aufzustehen, zu kämpfen. Es klingt immer so schön, wenn jemand sagt „Ich mache jetzt mein komplett mein eigenes Ding“, weil es nach Freiheit klingt. Und ein kleines bisschen nach Revolution.

Ehrlich sein muss man, wenn man sich das Debütalbum der Münchner Band Liquid Meat anhört: Sie vereinen eine Menge Klischees, huldigen dem Rock ‘n’ Roll und kennen auch kein Pardon, wenn es darum geht, genau das lautstark zu bekunden.

Freddie Mack, Max Horch und Manu Holmer – das sind Liquid Meat, die sich 2013 als Band zusammengefunden haben und seitdem die Münchner Clubs aufmischen, um eine aufgeladene Mischung aus Rock ‘n’ Roll, Metal und Punk zu präsentieren. Sie gab es bereits in Los Angeles, wo Sänger und Gitarrist Mack gelebt hat, 2013 formierte sich die Band in deutscher und aktueller Besetzung.

Was zunächst etwas anstrengend anmuten kann, wird bei näherem Zuhören zu einer faszinierenden Synthese aus nachdenklichen, autobiographischen Texten und schonungsloser, musikalischer Ehrlichkeit. Deutlich zu erkennen sind die Einflüsse von großen Rockbands, nicht zuletzt auch Motörhead. Doch in ihren Songs sind sie eigen, individuell. Mack schafft es, dass man sich an seine Stimme erinnert, instrumental finden sich musikalisch raffinierte Riffs und Wendungen, die nicht bloß standardisiert worden sind. Es erfordert ein großes Stück Arbeit, um wertvolle Musik zu produzieren, welche nicht von Anfang an das Attribut „das klingt aber irgendwie nach“ besitzt – Liquid Meat lassen mit 13 Songs keine Zweifel aufkommen, dass es ihr Herzblut ist, welches sich auf dem Album finden lässt. Besonders Songs wie Fuck That Shit oder There Is No God zeugen von Musikalität, Energie, Individualität und der Gabe, all diese Dinge zu vereinen.

Einige Stellen muten etwas holprig an und haben den Anschein, dass sie rockig klingen müssen, andere Parts schaffen es den Bogen dahin zu schlagen, dass man zuhört und sich 30 bis 40 Jahre zurückversetzt fühlt. In eine Zeit, in der richtiger Rock ‘n’ Roll noch etwas wert war, in eine Zeit, in der Worte zu Taten wurden. Ein Album, welches das CD-Regal positiv ergänzt und ein kleines Glanzstück ist, das sich von vielen anderen abzuheben versteht.

Taten folgten auch hier den Worten und so bekommt der Zuhörer die volle Ladung Liquid Meat. Und diese kann über die Website www.liquidmeatlocker.com bestellt werden.(A.E.)

Photo by Tobias Tschepe

 

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