Kettcar: „Ich vs. Wir“ – Ein unbequemes Album mit Klartext

kettcar album coverEs gibt sie, die Bands, die gar nicht mal so atemberaubende Melodien hervorbringt, diese aber mit Texten füllt, dass einem schnell anders wird. Dass man anfängt, wirklich, wirklich nachzudenken. Sich selbst zu hinterfragen. Und dann die ganze Welt. Kettcar sind mit ihrem Sänger Marcus Wiebusch eine solche Band und jedes Mal auf’s Neue wird man von den Texten getroffen, die einem eine Unbequemlichkeit aufzeigen, die erschreckend ist.

Es finden sich Anti-Fußballhymnen auf dem Album, die nur die Wahrheit sagen: Sind es wirklich die Götter auf dem Feld oder geht es in Wahrheit um einen Nationalismus, der an Widerlichkeit kaum zu überbieten ist?

Den Hörer erwarten elf Songs, die eine bitterböse Abrechnung mit der Gesellschaft darstellen. Heftiger könnte der Schlag ins Gesicht nicht sein, der einfach nur sagen will: „Wacht alle auf!“ Kettcar beweisen mit ihrem neuen Album, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Deutschland und dessen Möchtegern-Patriotismus mit Fähnchen und Tröten. Mag man der Band in der Vergangenheit vielleicht die eine oder andere Befindlichkeit attestiert haben – ohja, sie haben doch ein kleines bisschen zu sehr den moralischen Zeigefinger erhoben – so zeigen sie mit ihrer neuen Platte eine Welt, an die wir uns schon so sehr gewöhnt haben, dass uns die Perversion und die Niederträchtigkeiten gar nicht mehr auffallen.

Danke für elf Mal Augenöffnen!

(A.E.)