„Lang lebe der Tod“ – Casper veröffentlicht morgen neues Studioalbum

casper_langlebedertod_coverSeit dem letzten Album „Hinterland“ sind fast vier Jahre vergangen und in diesen vier Jahren ist eine Menge passiert: Festivals, Konzerttourneen und vor allem die Arbeit an diesem Meisterwerk, welches eigentlich schon vor einem Jahr hätte erscheinen sollen. Doch schon die Vorgängerplatten bewiesen, dass Casper ein Perfektionist ist und ein extrem hohes Maß an seine eigene Musik legt. Mit „Lang lebe der Tod“ beweist der Rapper der Hip Hop-Szene Deutschlands erneut, dass es nicht immer um Gangster oder Bandenkriege gehen muss, um cool zu sein. Bei Casper sind es die Texte, welche beim ersten Hören doppeldeutig und beim zweiten noch mehr Ebenen vorweisen.

Als Gäste hat er sich Sizarr, Dagobert, Blixa Bargeld, Drangsal und Ahzumjot & Portugal. The Man geholt, die das Album bereichern – somit ist es auch erstaunlich elektro- und basslastig, die Songs sind treibender, pulsierender, der Titelsong bedient sich an Industrialelementen, bei „Lass sie gehen“ bekommt man kurzzeitig Angst, dass sich Cloudrap einschleicht. Doch man wird nicht enttäuscht, als Caspers Stimme einsetzt und im gewohnten Flow mit der rauen Stimme davon rappt, dass Preisverleihungen rassistisch und unnötig sind – eine klare Anspielung auf die peinliche Echo-Preisverleihung?

 

 

Weitere herrliche Seitenhiebe gibt es gegen die YouTuberinnen Dagi Bee und BibisBeautyPalace in „Alles ist erleichtet“: „Check den Instagram-Stream, fett mit Klicks was verdienen, Bibi mit Dagi Bee – live im Kriegsgebiet mit Tipps für Teens, jedes Outfit per Mausklick, kauf auch im Link das Parfum, wenn schon im Mittelmeer mit Schiffen her, dann bitte mit Stil.“ Das Album ist bittere Realsatire, das einem den Spiegel vorhält und zum Nachdenken anregt. Wenn man erwartet, dass es wie das sehr persönliche „XOXO“ oder das wütende „Hinterland“ wird, werden die Erwartungen enttäuscht. Casper selbst sagte, dass er unbequeme Musik für unbequeme Zeiten machen wollte – das hat er mit „Lang lebe der Tod“ bravourös geschafft. Nichts wird unausgesprochen gelassen und durch die unterschiedlichen Songs knallhart auf den Punkt gebracht. Hinter allem ist jedoch erkennbar, dass es sich um Casper handelt, um seine Musik, seinen Personalstil, dem er  über die ganze Zeit auf positive Art treu geblieben ist und dennoch etwas Neues, Großes geschaffen hat.  Ein Album, welches das Ende des Sommers ankündigt und einem subtil sagt, dass der Herbst kommt.(A.E.)

Gekauft werden kann die Platte ab dem 1.9.