Stimmgewaltig: Trixie Whitley stellte am Sonntagabend neues Album in der Kranhalle vor

München, 06.03.13.   Trixie Whitley – der Name ist nicht gerade unbekannt, zumindest nicht der Nachname. Chris Whitley, Vater von Trixie, war ein bekannter Singer-Songwriter, der 2005 verstarb.

Und nun hat Trixie ihr erstes eigenes Album veröffentlicht, welchem bereits drei EPs und Zusammenarbeiten mit Chris Whitley vorangegangen waren.

Bevor Trixie auf die Bühne kam, stellte Support und Singer-Songwriter Ian Clement ebenfalls sein Album vor. Leise Töne, wandelbare Stimme und erfrischend anders – er überzeugte das Publikum durch seine ehrliche und echte Musik.

„Fourth Corner“ heißt das neue Album von der Frau, welche in Belgien geboren wurde und größtenteils in New York aufwuchs.

Zunächst spielte sie ohne Band, nur mit Gitarre. Eigentlich müsste man sagen: „Hört sie euch an.“ Weil alle Worte, die versuchen, ihre Stimme und die Musikerin Trixie Whitley zu beschreiben, das Gefühl, das bei ihrer Musik aufkommt, zunichte machen würden. Worte reichen hier eigentlich nicht aus.

Sie singt, als sei sie schon 30 Jahre auf der Bühne. Ihre Stimme bewegt sich zwischen drei Oktaven. Sie ist mal rauchig, mal soulig, jazzig oder auch ganz klar. In den höheren Lagen erinnert sie an große Soul-Diven, in den tieferen erstaunt sie mit ungeheurer Stimmdichte,

Sie ist ernst ohne unfreundlich zu wirken und konzentriert. Manchmal wirkt sie ein wenig zu vertieft in ihre Musik, sie scheint um sich selbst nichts mehr wahrzunehmen. Die Kommunikation mit dem Publikum fällt demnach auch recht sparsam aus, wenngleich sie das Publikum sehr lobt – „You are awesome, you are so quiet, that’s really cool.“

Beim zweiten Song kommt ihre Band mit auf die Bühne und man merkt, dass es nicht nur einfach eine Band im Hintergrund ist, sondern dass sie Vollblutmusiker sind. Sie machen die Musik nicht einfach, um Musik zu machen, nein, sie leben die Musik.

Und obwohl Trixie, welche nicht nur singt, sondern auch Gitarre und Keyboard spielt, Hauptact ist, funktionieren sie auf der Bühne als Band, als Gesamtprojekt.

Die bemerkenswerte Stimme der jungen Frau, die ihren Vater mit 18 Jahren verloren hat, kennt fast keine Grenzen. Lediglich in den hohen Lagen wirkt es teilweise etwas unnatürlich und scheint nicht so ganz zu ihr zu passen. Sie überzeugt mehr, wenn sie sich in Alt-Stimmlage bewegt. Da ist sie authentisch, echt, ungeschminkt und verzaubert. Anziehend, magisch und grandios.

Trixie und ihre Band spielen zwei Zugaben, die letzte davon nur sie alleine. Manchmal hat sie etwas unglaublich Trauriges in ihrer Musik, etwas, das vielleicht nur ganz leise durchscheint, ein zarter Hauch von Erfahrungen, Reife und Erlebnissen. Etwas, das nur wenige in jungen Jahren in ihre Musik legen können.

Trixie entließ ihr Publikum begeistert in den Sonntagabend, mit welchem sie einen gelungenen Wochenausklang lieferte.(A.E)

Fotos Trixie Whitley

 

 

 

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