The Flaming Rocks melden sich mit neuem Album „Enter Evermore“ zurück

Ohne TitelMit ihrem neuen und zweiten Album wagt sich die vierköpfige Band (Sängerin Laura Künzel, Gitarrist Lutz Künzel, Schlagzeuger Bruno Rockstroh und Bassist Benny Schmidt) aus Leipzig einen Schritt weiter und auch einen Schritt weiter in eine sehr gute Richtung.

Enter Evermore“ – schon der Titel verheißt etwas Größeres, vielleicht auch etwas viel Ernsteres. Aber besonders etwas, das mehr Substanz haben soll, etwas, das einem ganz bestimmten Konzept unterliegt. Sie klingen härter, rockiger, aber auch überlegter und reifer. Vielschichtig und vielfältig präsentieren sich The Flaming Rocks mit der neuen Platte und beweisen ihre Einzigartigkeit als Band nachhaltig.

Der erste Titel, „Evermore’s Theme“, ist rein instrumental und ohne Text, lediglich die Stimme von Sängerin Laura Künzel legt sich ganz leicht, beinahe hymnenartig über die noch recht seichten Klänge. Man kann vorerst nur erahnen, was einen im weiteren Verlauf erwarten wird.

Klanglich definierter wird es ab dem zweiten Song. „Overture (Weigh The Anchor)“. Nochmal ein Anfang, nochmals eine Einleitung, welche die Richtung aber sehr direkt und zielorientiert angibt. Hier gibt sich Laura Künzel Mühe, mal nicht nur rockig, sondern gleichzeitig auch, indem sie beinahe wütend singt, sexy zu klingen. Das gelingt ihr auf bewundernswerte Art und Weise. Hier sollten Vergleiche zu äquivalenten Sängerinnen zurückgehalten werden, denn es klingt authentisch, individuell und einprägsam.

An der ein oder anderen Stelle gibt es einige redundante Übergänge, die noch etwas holperig und störend klingen; vielleicht ein wenig zu überambitioniert hart, was nicht ganz zu den darauf folgenden Harmonien passen will.

Das Album hält dennoch einige Überraschungen und Schmankerl bereit. Diejenigen, die auf Rock stehen, kommen auf ihre Kosten. Und die, die auf Gitarrensoli stehen, erst recht. Eindrucksvoll stellt Gitarrist Lutz Künzel sein Können unter Beweis, besonders ausgiebig zu hören bei „The Curse“.

Melancholisch und ruhiger wird es bei „Anthem Of A Broken Heart“. Das charakteristische Piepen eines EKG-Geräts, der langgezogene Ton, der erklingt, wenn das Herz nicht mehr schlägt. Ganz leise und am Anfang, danach sanft, melodiös und anklagend der Gesang.

Immer wieder die Brüche vom Gesang hin zu harten Gitarrenriffs, die man fast nur aus dem Metal-Genre kennt. Interessant, aber ein wenig zu sehr konzipiert. Textlich zum Nachdenken anregend, man hört zu. Ebenso ruhig, melancholisch und fast schon traurig erklingt der Titel „Man Overboard“. Balladenartig, ruhig. Bedrückt, freudlos, verletzlich, schmerzvoll und dennoch unglaublich stark; ihre Stimme hat viele Facetten, besonders in diesem Song. Und dennoch klingt sie nie langweilig oder farblos, im Gegenteil: Hier beweist die Band Einfühlungsvermögen, sie sind abgestimmt. Sie können nicht immer nur hart, progressiv und rockig, sondern wissen unglaublich viel Gefühl in ihre Songs zu legen.

„Off With Her Head“ mutet zunächst wie ein Befreiungsschlag an, ist im weiteren Verlauf jedoch recht eintönig instrumentiert. Schön hier der Gesang, der sich vom Rest sehr gut abhebt und beim ersten Hören gar nicht so passen mag. Beim zweiten Anhören gewinnt es an Charme, wird charakteristisch und nimmt an Tiefe zu.

Das Hymnenartige wird beibehalten, was eine willkommene Abwechslung zum harten Sound darstellt, den man derzeit in vielen Konzerthallen zu hören bekommt, besonders bei „Turning Manoeuvre (The Hurricane)“ und „A New Hope“. Während „Turning Manoeuvre (The Hurricane)“ noch etwas lauter und unerbittlicher erklingt, hat„A New Hope“ Mitsing-Charakter.

„Bon Voyage (Your Gun)“ und „Masquerade Ball“ sind textlich ironisierend. Doch was besonders positiv auffällt, ist erneut die Wandlungsfähigkeit der Stimme von Laura Künzel. Klingt sie in dem einen Song noch sanft hauchend, wird es hier rauchig, kratzig und gar nicht mehr ladylike. Sondern erwachsen, eine Position beziehend.

Musikalisch erinnert der Schlusssong „The Return Home“ wieder an vorangehendes „Bon Voyage (Your Gun)“ und „The Overture“. Hier stellt sich die Frage nach dem Titel. Ein „Nach-Hause-Kommen“ zu den musikalischen Wurzeln oder zu dem, was sie neu angefangen haben? „You got me home“, so eine Textzeile. Eine Reise, die sie antreten und von der sie wieder zurückkommen.

Sie sagen etwas, sie erzählen eine Geschichte mit ihren Songs. Es klingt sinnvoll, nicht überkandidelt oder gar gewollt tough. Nüchtern und ehrlich, man kauft es ihnen ab.

The Flaming Rocks beweisen mit „Enter Evermore“, dass sie als Band funktionieren, dass sie aufeinander abgestimmt sind. Und obwohl es erst ihr zweites Album ist (sie fanden sich bereits 2003 zusammen), beweisen sie hier Professionalität, Musikalität und Gespür dafür, was ihre Fans hören wollen. Und was 2013 gehört wird, ohne dass sie sich gewzungen am Mainstream orientieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie klingen echt und individuell.

„Enter Evermore“ ist ab 02. März im Internetladen oder im Plattenladen eures Vertrauens zu kaufen.(A.E.)

 

Record Release Tour „ENTER EVERMORE“

02.03. Gera | Comma
08.03. Chemnitz | B-PLan
09.03. Lübbenau | Kulturhof
21.03. Berlin | White Trash
22.03. Leipzig | Moritzbastei
23.03. Weimar | Kasseturm
04.04. München | tbc.
05.04. Graz (A) | Club Wakuum
06.04. Linz (A) | Ann and Pat
10.05. Nürnberg | Luise
11.05. Balingen | Sonnenkeller
17.05. Weißenfels | Schlosskeller
24.05. Audigast | Open-Air

www.theflamingrocks.de

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