Vorab REINGEHÖRT – ELSA – ELSA

ELSA-AlbumcoverGut, besser, Elsa

Der mitgelieferte Waschzettel des Labels beschreibt den Bandnamen als Akronym mit diversen Phrasen wie „Ein Lächeln sagt Alles“ oder „Es löscht sich Alles“. Das turnt einen zunächst einmal nicht unbedingt an, wenn man in Sachen deutschsprachigem Studenten-Indiepop an so manch pseudolyrisches Geschwurbel aus dem Hause „Reim Dich oder stirb“ denkt.

Eine kurze Hintergrundrecherche lässt einen aber aufatmen, es handelt sich um Österreicher!

Der Opener „Hölle“ kratzt demnach sofort eine alte Wunde der Sehnsucht auf, die man immer dann spürt, wenn Wiener Liedermacher zitiert werden. Mit einem bissigen Schmäh zetert Mastermind Lukas Meyer in vorwurfsvollem Unterton los. Begleitet von sehr gut arrangiertem Instrumentarium und einfühlsamem Songwriting.

„Sag´s Mir“ könnte im Radio laufen (und wird es vermutlich auch bald tun), treibt, schiebt und macht Spaß. Der Chorus öffnet sich in Stadionrock-Spheren und wird später zersetzt durch Violine und Piano.

Modern geht es mit „Wlouwn“ weiter. Der Track wird ergänzt durch elektronische Elemente, welche zwar präsent, dennoch nicht aufgesetzt wirken. Man fragt sich nach dem Hören dieses ersten Teils der Platte, welche Genies sich hinter dieser Band verbergen. Denn schon jetzt ist unheimlich viel passiert, ohne aber den roten Faden zu verlieren.

„76 Jahre“ bildet ein frühes Highlight und könnte von Wolfgang Ambroß stammen. Die Traurigkeit nimmt man einem Österreichischen Musiker immer und ohne jeglichen Vorbehalt ab!

„Weiße Nächte“ besticht dann tatsächlich mit erzählartigem Gesangsstil – eine Mischung aus Falco und Gisbert zu Knyphausen – und einem 80er Arrangement. Ein Schelm, wer dabei an einen bestimmten Klassiker des Johann Hölzel denkt.

Das Album geht nach nur acht Songs ein wenig zu schnell zu Ende, wird aber mit einem schönen Solo-Teil an der Gitarre geschlossen, was – und das muss einfach gesagt werden – an den gesegneten und heutzutage viel zu oft schmerzlich vermissten Rock erinnert, mit dem sich Elsa trotz breit angelegten Kompositionen bereits zu Beginn ihrer Karriere ein Denkmal setzen.

Hoffentlich können die Burschen dieses Niveau halten, woran man angesichts des vorliegenden Werkes allerdings nicht zweifeln mag.” (ODI)

Das Album erscheint am 11. September 2020.

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