Wann hört Kunst auf, Kunst zu sein? Candelilla stellten am Donnerstag ihr neues Album ‘HeartMutter’ im Club Milla vor

München, 09.02.13.   Wie emanzipiert darf man sein? Und was darf man sich als Band leisten, die noch nicht die Reichweite und den Bekanntheitsgrad wie beispielsweise The Rolling Stones hat? Eigentlich wenig bis gar nichts.

Aber Candelilla fühlten sich über alle Zweifel erhaben und traten mit über einer Stunde Verspätung auf. Es sei ihnen vielleicht ein wenig verziehen, da sie ihr neues Album „HeartMutter“ vorstellten, doch begeistert war über diese immense Verzögerung wohl kaum einer.

Umso mehr freute sich das wohl angestammte Publikum der Band über deren Erscheinen. Sehr experimentell fingen diese zunächst an, eine sehr laute Klangkulisse aufzubauen. Eingeplante Rückkopplung und derber Bass – zunächst mochte das vielleicht nicht zu den vier grazilen Frauen passen, die auf der Bühne erschienen, doch diese hatten im Folgenden Einiges an aussagekräftigen und vielleicht etwas zu autarken Texten zu bieten.

Hier stellte sich die Frage, wie viel Emanzipation und beabsichtigte Individualität die heutige Generation noch braucht und wie viel Kunst noch schön ist, um nicht einfach als „Ist das Kunst oder kann das weg?“ behandelt zu werden.

In ihrer Musik liegt ihr Herzblut, das war eindeutig zu erkennen. Ihre Songs aus dem neuen Album „HeartMutter“, welches am 13.02.2013 erscheinen wird, fanden beim Publikum regen Anklang.

Musikalisch durchdacht, metaphorisch und experimentierfreudig gestaltete sich das Konzert, welches sicherlich ganz besonders großen Anklang bei der „Yolo“ rufenden Hipstergeneration gefunden hat.

Ein bisschen weniger feministisch und selbstbewusst, damit man das, was auf der Bühne passiert ist, auch wirklich ernst nehmen konnte. Nichtsdestotrotz sind die vier Damen sehr gute Musikerinnen, die ihr Handwerk verstehen und deren Album wir ein gutes Release wünschen.(A.E.)

Fotos candelilla

 

 

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