„Worst of Jennifer Rostock“

worstofjenniferrostock_coverDie Idee ist ziemlich cool, die Umsetzung ist so halb gelungen: Auf dem neuen Album von Jennifer Rostock finden sich Songs, die es nicht auf vorangegangene Platten geschafft haben und noch einmal neu aufgenommen wurden. Aber hat es sich die Band damit nicht ein bisschen einfach gemacht? Die ersten beiden Songs „Alles cool“ und „Flaschendrehen“ sind die besten Zeugen dafür, dass es ganz gut ist, dass die Band erwachsen geworden ist. Vor zehn Jahren – denn „Worst of Jennifer Rostock“ ist die Jubiläumsausgabe – war es vielleicht noch cool, Flaschendrehen zu spielen, „schockverliebt“ zu sein und wütende Zeilen über verflossene Lover zu schreiben, diese dann in die Welt herauszubrüllen.

Zwischen Rock, irgendwas, das Hip Hop sein soll und Pop säuselt Jennifer Weist ins Mikro und das alles klingt etwas unausgereift. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass es diese Songs bisher nicht aus dem Studio geschafft haben.

 

 

In „Dschungel“ kommen merkwürdige Reminiszenzen an Silbermond zu Tage und das Säuseln will gar kein Ende nehmen, gefühlsduselig geht es auch in „Polarmeer“ weiter, einem Song, der Schwindel evoziert: Merkwürdig wabernde Klänge aus der Büchse, die versuchen, ein bisschen Pep in den Pop zu bringen. In solch erwachsenen Titeln wie „Wenn ich dein Gesicht seh, denk ich an meine Faust“ kreischt die Frontfrau der Band ins Mikro, den Text versteht man nicht und nach 58 Sekunden ist dieses Intermezzo auch schon wieder vorbei, danach schwülstet es in „Weltbilder“ weiter. Oh, hello again Silbermond.

„Die guten alten Zeiten“ besingen die Tatsache, dass das, was jetzt ist, das ist, das bleibt. Von der guten alten Zeit. Ahja. „Keine Macht den Profis“ ist der einzige Song, der wirkliche Lichtblicke gibt – ist auch nicht verwunderlich, denn da haben die großartigen Grossstadtgeflüster mitgemischt.

Am Ende kommen noch ein paar instrumentale Versionen, die beweisen, dass sich Jennifer Rostock weiterentwickelt haben – musikalisch und auch textlich. Wir freuen uns jetzt erst einmal auf das nächste Album.(A.E.)